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    Faszination Eigernordwand

    Eiger, Moench und Jungfrau / Foto: Heinz Rieder

    Eiger 3970 m - Mönch 4099 m - Jungfrau 4158 m
    Blick von Beatenberg / 18. Juli 2009 - 21.55 Uhr



    Eigernordwand / Foto: Heinz Rieder

    Die Eigernordwand / vorne der Männlichen
    Foto: Heinz Rieder (von Beatenberg mit Teleobjektiv)



    Eiger-Mordwand

    Direktroute in der Eigerwand (C)

    Eiger-Mordwand

    Eigernordwand-Besteigungen


    A 1966 John Harlin

    B Normalroute
    1 Hinterstosser Quergang, 2 Erstes Eisfeld, 3 Zweites Eisfeld
    5 Bügeleisen, 6 Drittes Eisfeld, 7 Rampe, 8 Götterquergang
    9 Spinne (die weisse Spinne), 10 Gipfeleisfeld

    C 1969 Japaner Direttissima

    D 1976 Tschechen Direttissima





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    Das Eiger-Drama Toni Kurz 1936

    Hinterstoisser Kurz

    Andreas Hinterstoisser mit seinem Seilgefährten Toni Kurz
    Fotografiert einen Tag vor ihrem Tod - 1936


    Eigernordwand / Foto: Heinz Rieder

    Verschollen 1935   Karl Mehringer - Max Sedlmayr
    Die beiden Münchner Bergsteiger starteten ihre Eigerbezwingung am 21. August 1935 und starben fünf Tage später im Schneesturm. Der Punkt, an dem die beiden vom Tal aus mit einem Fernrohr das letzte Mal gesehen wurden, bekam später den Namen Todesbiwak.

    18. Juli 1936
    Einstieg in die Eiger-Nordwand:
    Die Seilschaften Toni Kurz - Andreas Hinterstoisser
    und Willy Angerer - Edi Rainer

    19. Juli / 1. Biwak
    Aufbruch zur Querung der Wand mit Aufstieg im Nebel zum Biwak 2

    20. Juli
    Schneefeld der Verschollenen Mehringer-Sedlmayr abgesucht
    Ohne Erfolg / Rückzug zm Biwak 1

    21. Juli
    Witterungsumschlag: Eisschlag - Tod 1936
    Nachdem die vier den Quergang an Hinterstoissers Seil passiert hatten, zogen sie das Seil ab, was ihnen später den sicheren Rückweg verunmöglichte. Sie kamen nur bis zum Todesbiwak. Beim Abstieg am 21. Juli versuchten sie, sich hundert Meter abzuseilen. Dabei wurden Andreas Hinterstoisser, Willy Angerer und Edi Rainer durch Steinschlag und Lawinen getötet.
    Nur Toni Kurz überlebte, aber ...

    Stollenloch der Jungfraubahn
    Die Hilferufe von Toni Kurz werden von einem Streckenwärter gehört

    Das Drama
    Die Retter kamen nur bis wenige Meter an den frei hängenden Toni Kurz heran.



    Eigernordwand: Toni Kurz stirbt

    Der einzige überlebende - Toni Kurz beim Abseilen zu den Rettern: "Ich bringe den Seilknoten nicht durch den Karabiner ... ".  Um 50 m Distanz zu überwinden musste Toni Kurz zwei Seile miteinander verbinden. Am Schluss trennten ihn nur noch fünf Meter von seinen Rettern. Aber er hatte mit seinen dick angeschwollenen Fingern keine Kraft mehr um den Knoten durch den Karabiner zu drücken. "Ich kann nicht mehr ..." Toni Kurz stirbt.


    Blickbericht

    Buch "Eiger - Die vertikale Arena" (mit dem Drama von Toni Kurz)
    von Daniel Anker im AS-Verlag ISBN 3-905111-51-9


    Das oben vorgestellte Buch: Sehr empfehlenswert !

    » Webseite: www.as-verlag.ch

    Download:   AS-Verlagsprogramm.pdf (3630 KB)





    Eigernordwand: Toni Kurz stirbt     Eigernordwand: Toni Kurz stirbt

    DVD oder Blu-Ray Disc   (Bestellung im Internet)
    Filme über die Eigernordwand

    » www.cede.ch (Online-Shop) suchen mit "Nordwand"




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    Das Corti Drama 1957

    Stefano Longhi

    Claudio Corti, Stefano Longhi, Günter Nothdurft und Franz Mayer sind an der Stelle oben rechts im Bild angekommen, als der Italiener Stefano Longhi auf dem Schneefeld oberhalb des Götterquerganges ausgeglitten und ins Seil gestürzt ist. Von seinen Kameraden konnte er nicht geborgen werden. Günter Nothdurft und Franz Mayer kletterten weiter, um Hilfe zu holen.


    Rettung in der Eigernordwand

    Stefano Longhi winkt von seinem exponierten Ort dem Erkundungsflugzeug. Am Doppelseil gesichert überlebt er drei Tage und zwei Nächte, bevor er - ohne Proviant, der Kälte ausgesetzt - einsam in der letzten Sturmnacht stirbt ...



    Vorbereitung der Rettung

    Vorbereitung der Rettung: Der Münchner Ludwig Gramminger und der Thuner Erich Friedli trafen als erfahrene Bergretter die wichtigsten Entscheidungen am Gipfelgrat des Eigers. Mit Erfolg: Claudio Corti konnte lebend gerettet werden. Für seine Seilgefährten kam leider jede Hilfe zu spät. Direktrettungen aus der Luft waren zu dieser Zeit noch nicht möglich.


    Vorbereitung der Rettung

    Die ersten Retter können - wegen des schlechten Wetters - erst Tage nach dem Tode von Stefano Longhi eingesetzt werden. Man hat sich für eine Rettung vom Gipfel des Eigers entschieden. Der Gipfelgrat ist stark mit Schnee überwechtet. Links die Eiger-Nordwand.


    Die Rettung von Claudio Corti

     

    Die Rettung von Claudio Corti

    Alfred Hellepart hat, nach den Ausstiegsrissen und 300 m Abseilfahrt am Stahlseil, Claudio Corti (Standort siehe oben) auf seinen Rücken gebunden und geborgen. Nach einem kräftezerrenden Aufstieg befinden sich Retter und Geretteter im Gipfeleisfeld. Man hoffte zu dieser Zeit noch, hier auch Günter Nothdurft und Franz Mayer zu finden. Corti wurde mit einem Spezial-Rettungsschlitten über die Westflanke zur Station Eigergletscher transportiert.  Foto: Albert Winkler



    Rettung in der Eigernordwand

     



    Claudio Corti

    Claudio Corti - der einzige Überlebende
    mit dem Bild seines verstorbenen Freundes Stefano Longhi

    Claudio Corti wurde nach 9 Tagen aus der Eishölle gerettet. Sein Freund Stefano Longhi blieb zwei Jahre als makabere "Sensation" am Eiger hängen. Erst 1961, mit dem Fund der Leichen der Begleiter Günter Nothdurft und Franz Mayer in der Westflanke, wurde der arme Corti von jedem Verdacht befreit. Man verdächtigte ihn, er habe nach dem Unfall sich deren Ausrüstung bemächtigt, das Seil durchgeschnitten und sie in den Abgrund befördert. Corti hatte dies immer bestritten und erst vier Jahre später wurde er entlastet. An diesen Verdächtigungen ist Corti beinahe zerbrochen ...


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    Fundort

    Der Fundort von Günter Nothdurft und Franz Mayer

    1961 fand man durch einen Zufall Günter Nothdurft und Franz Mayer, noch durch das Seil verbunden und nebeneinander liegend, an der Westflanke des Eigers - abseits der normalen Route, 30-60 Minuten von der rettenden Station Eigergletscher enfernt. Sie hatten also, so erschöpft sie gewesen sein mögen, tatsächlich den Gipfel erreicht und wollten nach dem Abstieg Hilfe holen. Bei Nebel haben sie sich verirrt und waren im Biwak für immer eingeschlafen. (Nicht wie "Blick" titelte, dass sie von einer Lawine erfasst wurden.) Man fand sie erst nach vier Jahren. Corti hatte demnach immer die Wahrheit gesagt. Wie furchtbar musste es für ihn gewesen sein, mit derart schrecklichen Verdächtigungen zu leben ...



    Fundort

    Von Heinrich Harrer (links von Hitler) zu unrecht verdächtigt

    Im Buch "Die weisse Spinne" von Heinrich Harrer, wurde Corti zu unrecht verdächtigt. Harrer, der 1997 bei der Aufdeckung seiner Nazi-Vergangenheit hochsensibel reagierte, hatte auch gegenüber dem hart geprüften Italiener nicht die Redlichkeit, seine Fehler zuzugeben, im Gegenteil ....

    Es ist schönt, dass Daniel Anker in seinen beiden Büchern "EIGER - Die vertikale Arena" und "Das Corti-Drama", dies klarstellt. Ein Dankeschön an Daniel Anker.




    Blickbericht

    Buch "CORTI-DRAMA" Tod und Rettung am Eiger 1957-1961
    Daniel Anker / Rainer Rettner im AS-Verlag ISBN 978-3-909111-33-6


    Das oben vorgestellte Buch: Sehr empfehlenswert !

    » www.as-verlag.ch/




    Blickbericht




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    Der Amerikaner John Harlin 1966

    John Harlin 1966

    John Harlin verunglückte 1966

    Die Presse: "Absturz am Eiger"
    Hellblond, fröhlich, männlich, bärenstark. Ein ganzer Mann. Ein Mann der den Bergen verfallen war. Sein Traum war eine Direktroute. Sein Tod, als ein Fixseil in seiner Direttissima riss ...






    Die moderne Rettung mit Helikopter

    John Harlin 1966

    Die Rettung mit dem Helikopter
    nichts für schwache Nerven


    John Harlin 1966



    John Harlin 1966

    Rettung mit Helikopter und Longline-Technik
    (oben der Helikopter unten am langen Seil der Retter)





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    Ueli Steck 2008
    Speed-Rekord an der Eigernordwand

    John Harlin 1966

    Am 13. Februar 2008 stieg Ueli Steck erneut durch die Eigernordwand. Nach seinem letztjährigen Rekord in der Heckmaier Route 3 h 54 Minuten wollte er es noch einmal probieren.

    „Ich war überzeugt, dass noch mehr Potenzial in der Rekordzeit vom letzten Jahr liegen würde. Zur Zeit befinde ich mich wieder in der Vorbereitung für die nächste Expedition. Das Training verläuft sehr gut und ich konnte meine Leistung in der Ausdauer deutlich verbessern.

    Die Taktik habe ich auch geändert. Hatte ich mich letztes Jahr noch dreimal mit 15 Metern Seil gesichert, bin ich gestern ohne jegliche Seilsicherung durch die Wand gestiegen. Ich benutzte nur eine Schlinge, die mir erlaubte zwischendurch die Haken einzuhängen.
    Die ganze Ausrüstung wurde dadurch noch einmal 3 kg leichter gegenüber der Rekordbegehung vom letzten Jahr. Ausserdem habe ich mein Körpergewicht um 5 kg reduziert. Das heisst, dass ich jetzt 8kg leichter unterwegs war.

    Im unteren Wandteil hatte es sehr viel Schnee, was mich extrem viel Kraft gekostet hat. Dafür waren die Bedingungen ab dem „Schwierigen Riss“ nahezu perfekt. Die technisch anspruschvollen Passagen waren sehr trocken und ohne Handschuhe gut kletterbar.

    Schlussendlich beträgt die neue Bestzeit 2 Stunden, 47 Minuten und 33 Sekunden.
    Zum Glück haben mich meine zwei Helfer am Wandfuss genau beobachtet, und haben mir auf dem Gipfel die Zeit bestätigt.“

    Schon der legendäre Ausnahme-Leichtathlet Carl Lewis hat gesagt, man muss den Wettkampf mit sich selber suchen. Diesmal habe ich meinen persönlichen Wettkampf mit mir gewonnen.

    Text: Ueli Steck


    Ueli Steck Eigernordwand 1  Ueli Steck Eigernordwand 2

    » www.uelisteck.ch

    Das Buch ist in seinem Shop erhältlich

    Buch von Ueli Steck

    ISBN 978-3-89405-869-2

    ... empfehlenswert - unglaublich ...

    Auch für solche Leute interessant,
    die nie etwas Steileres als einen Barhocker bestiegen haben !


    Video:
    » Bericht der Tagesschau im Schweizer Fernsehen




    Ueli Steck Eigernordwand 2

    Ueli Steck Eiger-Award Gewinner: Er erhielt aus den Händen von Altbundesrat Adolf Ogi den Eiger-Award in Form eines 15 Kilo schweren Kalksteines vom Eiger, sowie die Preissumme von 10'000 CHF. Damit wurden die Leistungen des Ringgenberger Extrembergsteigers geehrt.


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    Fernsehen SF DRS "Eiger Live"
    Mit der Eiger-Nordwand auf Tuchfühlung

    Ueli Steck Eigernordwand 2

    Die vier Bergführer, die für das Schweizer Fernsehen DRS die Eiger-Nordwand durchsteigen wollen. Von links nach rechts: Hansruedi Gertsch (Grindelwald), Ralf Dujmovits (Bühl/D), Evelyne Binsack (Gsteigwiler) und Stephan Siegrist (Interlaken). (Foto: SF DRS / Thomas Ulrich)

    Für diesen zweiten Anlauf von «Eiger-Nordwand live» kann sich «SF Spezial» laut einer Medienmitteilung des Schweizer Fernsehens DRS auf die Vorbereitungen des letzten Jahres abstützen: «Diese haben gezeigt, dass die Sendung unter dem Aspekt der grösstmöglichen Sicherheit machbar ist.» Aufgrund des Wetters und der Verhältnisse in der Wand sei die Durchsteigung der Eiger-Nordwand für die Live-Übertragung 1998 jedoch nicht möglich gewesen.

    www.beo-news.ch / Peter Schmid (August 1999)



    Ueli Steck Eigernordwand 2

    1999 - Vier Bergsteiger verschafften tausenden Zuschauern ein unvergessliches Fernseherlebnis. In knapp 30 Stunden haben die Alpinisten - trotz leichter Blessuren - den Gipfel der Eiger-Nordwand erklommen - und das Fernsehen war live dabei.



    Ueli Steck Eigernordwand 2

    Am Mittellegigrat zum Eigergipfel
    (unten Grindelwald)

    Grindelwald - Freitagnachmittag war es vollbracht. Die drei Männer und eine Frau standen bei herrlichem Sonnenschein auf dem 3970 Meter hohen Gipfel der Eiger-Nordwand. Hinter ihnen lag eine schweißtreibende Klettertour an einer der bedrohlichsten und zugleich eindrucksvollsten Steilabbrüche in den Alpen. Dabei waren schwierigste Passagen wie "Kamin, Götterquergang" oder "Weiße Spinne" zu meistern.


    Ueli Steck Eigernordwand 2

    Tausende Fernsehzuschauer in der Schweiz und in Deutschland konnten das Spektakel live am Bildschirm mitverfolgen. Jeder der vier Bergsteiger trug einen rund fünf Kilogramm schweren Sender im Rucksack. Der übertrug Bild und Ton der Kamera, die an den Helmen der Kletterer montiert war. Gleichzeitig wurde der Aufstieg der Alpinisten von fest installierten Kameras und von sechs Kameraleuten, die an Hubschraubern hingen, begleitet.

    Am ersten Tag ihrer Klettertour bewältigten die vier Bergsteiger einen 1800 Meter hohen, senkrecht aufsteigenden Abschnitt der Eiger-Nordwand. Der Zuschauer sah eindrucksvolle Bilder von dem schroffen, teilweise vereisten Fels. Winzige Vorsprünge, auf denen die Alpinisten sich langsam vorantasteten, erzeugten eine Spannung wie im besten Krimi.

    Nach sieben Stunden kamen die vier am Donnerstagnachmittag im Biwak an. Die Nacht verbrachten sie an einem Felsvorsprung im Schlafsack hängend. Am sogenannten "Bügeleisen" herrschten allerdings mit null Grad eher winterliche Temperaturen.

    Trotz einiger kleinerer Wehwehchen starteten die Alpinisten am Freitagmorgen in die zweite Etappe. Vor ihnen lagen noch die schwierigen Ausstiegsrisse. Beobachtet wurde das Team dabei auch von Anderl Heckmair (93), der die Eiger-Nordwand 1938 als erster bezwang. "Der schlimmste Feind ist die Angst. Wer Angst hat, hat im Berg nichts zu suchen", gab er zu Protokoll. Situationen, die selbst dem Zuschauer am Boden Schweißausbrüche verschaffen konnten, gab es auf dem Weg nach oben genug. Die vier Abenteurer verloren aber auch in heiklen Momenten ihr Ziel nie aus den Augen. Am Ende gab es den verdienten Lohn - müde, aber glücklich erreichten sie den alpinen Gipfel.

    Das schweizerische Fernsehen und die Dritten Programme vom Südwestfunk und vom Norddeutschen Rundfunk mussten für die Live-Reportage viel Kritik einstecken. Ein Fernsehspiel auf Leben und Tod diene nur dazu, die Sensationsgier des Publikums zu befriedigen. Der Begeisterung vieler Bergsteiger für die Übertragung tat das aber keinen Abbruch.

    Text: 10.09.1999 / Spiegel-ONLINE








    Internet-Links zur Eigernordwand

    » http://de.wikipedia.org/wiki/Eiger-Nordwand
    Wikipedia Eiger-Nordwand)

    » http://www.eigernordwand.eu/
    Hotel Eigernordwand, Kleine Scheidegg (am Eiger))


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    Angaben zur Eiger-Nordwand

    Berüchtigt ist der Eiger für seine schwierig zu durchkletternde Nordwand (strenggenommen NW-Wand) mit ca. 1.650 Metern Höhendifferenz.

    Den ersten ernsthaften Besteigungsversuch unternahmen die drei Sachsen Willy Beck, Kurt und Georg Löwinger, die am 17. Juli 1934 in die Nordwand einstiegen und bis 19. Juli eine beachtliche Höhe von 2'900 Metern erreichten.

    Nach einem Sturz von Willy Beck, der Kurt und Georg Löwinger mitriss, brachen sie den Versuch ab. Die Bergung gelang über die Eigerfenster.

    Die beiden Münchner Bergsteiger Karl Mehringer und Max Sedlmayr starteten ihren Versuch am 21. August 1935 und starben fünf Tage später im Schneesturm. Der Punkt, an dem die beiden vom Tal aus mit einem Fernrohr das letzte Mal gesehen wurden, bekam später den Namen Todesbiwak.

    Die Nordwand wurde vor allem durch die dortigen Katastrophen bekannt, insbesondere die von Toni Kurz mit Andreas Hinterstoißer, Edi Rainer und Willy Angerer 1936.

    Tragisch verlief dieser Aufstieg über den Hinterstoißer-Quergang bei dem Erstbesteigungsversuch der Deutschen Hinterstoißer und Toni Kurz und der Österreicher Willy Angerer und Edi Rainer.

    Nachdem die vier den Quergang an Hinterstoißers Seil passiert hatten, zogen sie das Seil ab, was ihnen später den sicheren Rückweg versperren sollte. Sie kamen nur bis zum Todesbiwak. Beim Abstieg am 21. Juli versuchten sie, sich hundert Meter abzuseilen. Dabei wurden drei Bergsteiger durch Steinschlag und Lawinen getötet.

    Nur Toni Kurz konnte den weiteren Abstieg fortsetzen, starb aber drei Meter über den Rettern an Erschöpfung, als sich ein Knoten im Karabiner seines Karabinerabseilsitzes verklemmte (siehe Tod in der Eiger-Nordwand).

    Nach diesem Desaster verboten die Schweizer Behörden die Besteigung der Nordwand. Ein Gericht hob dieses Verbot später jedoch wieder auf.

    Erstmals durchstiegen wurde die Eigernordwand vom 21.–24. Juli 1938 durch eine deutsche und eine österreichische Seilschaft mit Heinrich Harrer, Anderl Heckmair, Fritz Kasparek und Ludwig Vörg. In der Wand hatten sich die beiden Seilschaften (Kasparek und Harrer aus Österreich einerseits, Heckmair und Vörg aus Deutschland andererseits) vereinigt.

    Obwohl der Zusammenschluss der Seilschaften keinerlei politische Gründe hatte (die vier hatten sich auf dem zweiten Eisfeld verbunden, weil Harrer keine Steigeisen dabei hatte und Heckmair den Österreichern zunächst raten wollte, besser wieder umzukehren), instrumentalisierte das damalige nationalsozialistische Regime die Vereinigung als Symbol für den Anschluss Österreichs an Deutschland, welcher kurz vorher, am 13. März 1938, erfolgt war, und schlachtete den bergsteigerischen Erfolg als Zeichen für die Stärke Deutschlands propagandistisch aus.

    Die Schweizer hielten damals wenig von der vor allem in Bayern und in Wien betriebenen „Akrobatik“ im Bergsteigen (= Kletterei jenseits des IV. Grades) und natürlich auch nicht von der deutsch-nationalen Inanspruchnahme ihres Berges.

    Ein weiteres Unglück war das des Claudio Corti (einziger Überlebender der Gruppe neben den umgekommenen Stefano Longhi, Günther Nothdurft und Franz Mayer, 1957).

    Die erste Winterbegehung der Nordwand erfolgte 1961 durch Toni Hiebeler, Walter Almberger, Anderl Mannhard und Toni Kinshofer. Umstritten bei dieser Begehung ist, dass der Einstieg nicht vom Wandfuß aus erfolgte, sondern durch Ausstieg aus dem Stollenloch der Jungfraubahn.

    Die erste Alleinbegehung glückte 1963 dem Schweizer Michel Darbellay.

    Bekannt wurde auch das tödliche Ende eines Versuchs der Durchsteigung für vier Spitzenbergsteiger aus der DDR im Jahr 1967.

    1968 gelang Reinhold Messner die Erstdurchsteigung des Eiger-Nordpfeilers. Mit der Begehung der Nordwand innerhalb von 10 Stunden im Jahr 1974 stellte er zusammen mit Peter Habeler einen Geschwindigkeitsrekord auf.

    Im Jahr 2008 kletterte die Seilschaft Roger Schäli und Simon Anthamatten die Route in 6 Stunden 50 Minuten.

    Unter 5 Stunden brauchten 1983 unabhängig voneinander Thomas Bubendorfer und Reinhard Patscheider, jeweils in einer Alleinbegehung.

    Die Leistung Bubendorfers ist jedoch äußerst umstritten, da er die Wand nicht vom Wandfuß aus, sondern aus dem Stollenloch der Jungfraujochbahn beging.

    Noch schneller war 2003 der Südtiroler Christoph Hainz mit 4,5 Stunden und im Jahr 2007 der Schweizer Ueli Steck, der 3 Stunden 54 Minuten benötigte.

    2008 verbesserte Ueli Steck seinen Rekord auf 2 Stunden 47 Minuten.

    Die klassische Route durch die Nordwand (Heckmair-Route) führt über folgende Stellen:

    Erster Pfeiler, Stollenloch, Schwieriger Riss, Hinterstoisser-Quergang, Erstes Eisfeld, Schwalbennest, Eisschlauch, Zweites Eisfeld, Bügeleisen, Todesbiwak, Drittes Eisfeld, Rampe, Wasserfallkamin, Rampeneisfeld, Brüchiges Band, Götterquergang, Spinne, Corti Biwak, Ausstiegsrisse und Gipfeleisfeld.

    Direktrouten (Direttissime) führen im zentralen Wandteil empor (John-Harlin-Route, 1966), im rechten Wandteil (Japaner-Route, 1969) und im linken Wandteil (Tschechen-Route II, 1978). Unbewältigt ist bislang der Ausstieg aus der Rampe direkt gegen die oberste Nordrippe.


    Hinterstoisser-Quergang

    Der Hinterstoisser-Quergang ist eine ca. 30 m breite Felsplatte, eine schwierige Passage der Eigernordwand. Benannt nach dem Bad Reichenhaller Bergsteiger Andreas Hinterstoißer (Schweizer Rechtschreibung: Hinterstoisser), welcher am 18. Juli 1936 zusammen mit Toni Kurz die Stelle mittels der Technik des Seilzugquergangs meisterte.


    Todesbiwak

    Das Todesbiwak ist ein Biwak-Platz am oberen Ende des Bügeleisens – also des Felssporns, der die Plattenschüsse trennt, die früher das Zweite und Dritte Eisfeld trugen. Der Name Todesbiwak kommt davon, dass hier die deutschen Bergsteiger Max Sedlmayer und Karl Mehringer bei ihrem Besteigungsversuch 1935 zuletzt lebend gesehen wurden.


    Götterquergang

    Quergang in der Eigernordwand (Normalroute) zwischen „Rampe“ (genau: zwischen dem Brüchigen Band) und „Spinne“ in ca. 3600 m Höhe. Landschaftlich hervorragend schön und zugleich gut kletterbar, daher der Name. Erstmals betreten von Anderl Heckmair und Ludwig Vörg am 23. Juli 1938.


    Die „Spinne“

    Die Spinne ist ein Firnfeld in der Gipfelwand des Eigers. Firncouloirs, die von oben her in die Spinne führen, und solche, die nach unten aus der Spinne herausführen, geben ihm das Aussehen einer riesigen Spinne.

    Der Name "Spinne" beschreibt jedoch nicht nur das Aussehen, sondern auch das Wesen dieser Wand. Speziell durch Lawinen, Steinschlag und das schnell wechselnde Wetter wurde dieser Wandabschnitt vielen Bergsteigern zum Verhängnis.

    Quelle: http://www.flickr.com/photos/40826712@N00/421328807/






    Fotos und Bildbearbeitung: Heinz Rieder
    - Bilder der Eigerwand (Fotos mit Teleobjektiv von Beatenberg)

    - Textvorlagen aus dem Internet

    - Inhalte aus den beiden empfehlenswerten Büchern von Daniel Anker:

    " Eiger - Die vertikale Arena "
    von Daniel Anker im AS-Verlag ISBN 3-905111-51-9

    " CORTI-DRAMA "
    Tod und Rettung am Eiger 1957-1961
    Daniel Anker / Rainer Rettner im AS-Verlag ISBN 978-3-909111-33-6

    - Inhalte aus dem Buch "Solo" von Ueli Steck

    - Bericht von www.beo-news.ch / Peter Schmid (August 1999)

    - Zusammenstellung der Bildreportage: Heinz Rieder
    Urheberrechte / Copyright   © http://www.beatenbergbilder.ch





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